Johannesburg Exchange: The Makers’ Story – Urban Tingwanekwane *

Der Workshop Johannesburg Exchange war eine Zusammenarbeit von der Architektin Kirsten Dörmann, dem Stadtplaner Solam Mkhabela, Dr. Njoki Ngumi, einer in Nairobi lebenden Geschichtenerzählerin und Mitglied des Nest Collective, und Blessing Blaai, einem bildendem Künstler. Hier stand die Frage im Vordergrund, wie ein kleiner Laden, der sich an die Mauer einer Grundstücksgrenze schmiegt, die Straße und die Architektur jenseits seiner Schwelle beeinflusst. Ein solcher Laden gilt als Bruch mit kolonialen Planungsprinzipien, weil er zwischen dem öffentlichen und dem privaten Gebiet als informelles Zentrum sozialer Netzwerke fungiert und mit Waren handelt, die über die Großstadt verteilt werden. Die Ersteller dieser kleinen Architekturen sind trotz ihrer Allgegenwart in der Stadt für Planer oft unsichtbar. Der Workshop hielt verschiedene Erzählungen über diese kleinen Läden fest, und entwickelte das Skript für ein modernes Märchen in Johannesburg über ein Loch in der Wand mit magischen Kräften. Dieses wurde zum Symbol für die schwer greifbaren Sehnsüchte der Menschen als Bestandteil der gegenwärtigen afrikanische Städte.

Bei African Flavour Books – einer unabhängigen afrikanischen Buchhandlung, die sich auf afrikanische Belletristik spezialisiert hat – fand eine Lesung mit Dr. Njoki Ngumi im Zuge einer Diskussion mit Solam Mkhabela und Kirsten Dörmann statt. Sie las aus einem ersten Entwurf der Erzählung als Teil des öffentlichen Programms des Workshops Johannesburg Exchange.

* Ähnlich einer Gute-Nacht-Geschichte oder einem Märchen ist »tingwanekwane« eine mündliche Erzählung, die zur Vermittlung einer nützlichen Wahrheit, einer Regel oder einer Information dient. (aus S. Mkhabelas Dissertationsantrag »Urban Scripting«)

Beteiligte:

Kirsten Dörmann (Architektin)

Solam Mkhabela (Stadtplaner)

Dr. Njoki Ngumi (Künstlerin und Geschichtenerzählerin)

Blessing Blaai (Künstlerin)

Hole in the Wall: Gelesen von Njoki Ngumi