Sammy Baloji wurde 1978 in Lubumbashi, in der mineralienreichen Provinz Katanga, Kongo, geboren. Er studierte Informatik, Informationswissenschaften und Kommunikation an der University of Lubumbashi. Mit einer geliehenen Kamera begann er, Szenen für seine Cartoons aufzunehmen. Bald meldete er sich für Fotokurse im Kongo an und studierte dann Fotografie und Video an der École Supérieure des Arts Décoratifs in Straßburg, Frankreich. Der in Lubumbashi aufgewachsene Baloji wurde schon früh für die koloniale Geschichte und den postkolonialen Verfall der einst wohlhabenden Bergbauregion des Kongo, der heute von chinesischen Unternehmen ausgebeutet wird, sensibilisiert. Baloji stellt fotografische Realitäten in Kombination von Vergangenheit und Gegenwart, Wirklichkeit und Idealzustand gegenüber, um ihnen eklatante kulturelle und historische Spannungen zu entlocken. Er erforscht Architektur und den menschlichen Körper als Spuren der Sozialgeschichte, als Erinnerungsorte und Zeugen der Machtdemonstration. Balojis Arbeiten waren in zahlreichen Einzelausstellungen zu sehen, zum Beispiel im Musée du quai Branly, Paris, Frankreich; im Mu.ZEE, Ostende, Belgien; im Royal Museum for Central Africa, Tervuren, Belgien, und im Museum for African Art, New York, USA. Zuletzt war er auf der documenta 14 in Kassel, und Athen, Griechenland, vertreten, die von Adam Szymczyk geleitet und von Bonaventure Soh Bejeng Ndikung kuratiert wurde; in All the World’s Futures im Rahmen der 56. Biennale von Venedig, kuratiert von Okwui Enwezor, sowie in Personne et les autres, kuratiert von Katrina Gregos in der Ausstellung des belgischen Pavillons auf der Biennale von Venedig. 2015 wurden seine Arbeiten in der Ausstellung Africa im Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk, Dänemark, gezeigt, in Beauté Congo in der Fondation Cartier pour l’Art Contemporain, Paris, Frankreich, und in Tech4Change, kuratiert von Mari F. Sundet, im Vestfossen Kunstlaboratorium, Norwegen. Er hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter das Smithsonian Artist Research Fellowship (2015) und den Rolex Mentor and Protégé Arts Initiative Award (2014) gemeinsam mit Olafur Eliasson. Er war Finalist beim Prix Pictet (2009), erhielt den Prince Claus Award (2008) und zwei Auszeichnungen der African Photography Biennale (2007) in Bamako, Mali.