Dana Whabira ist die Gründerin der Njelele Art Station, einem urbanen Laboratorium, das sich auf zeitgenössische, experimentelle und öffentliche Kunst spezialisiert hat, die in die Stadt selbst eingreift. Ihre auf Forschung beruhenden, räumlichen Methoden beziehen gefundene Materialien, die mit persönlicher, wirtschaftlicher und historischer Bedeutung aufgeladen sind und aus ganz Simbabwe stammen, ein. Die kulturellen, materiellen oder soziopolitisierten Orte werden erkundet, archiviert, von allen Seiten betrachtet und schließlich im Bestreben, sowohl koloniale als auch persönliche Interpretationen zu hinterfragen, umgewandelt. Whabira sucht die physische bzw. kulturelle Landschaft erneut auf, um Bedeutung und Narrative jenseits von binären Gegensätzen, die durch kontrollierende Machtstrukturen vorgezeichnet sind, in einen neuen Kontext zu stellen. Whabiras jüngstes Werk, das Dambudzo Marecheras Kultroman Black Sunlight Tribut zollt, lässt eine Installation und Arbeiten auf Papier miteinander verschmelzen, um so die Natur von Macht, die Erfahrung von und die Erinnerung an Gewalt, Entfremdung und Unsicherheit zu ergründen. In der Auseinandersetzung mit Marecheras Text erkundet dieser aktuelle Werkkomplex neue Wege, um (materielle, transnationale, physische, kaum wahrnehmbare, eingebildete) Grenzen, die in Sprache, Identität, Kartografie und Geografie verankert sind, neu zu überdenken.